Als ich nachmittags in Salta ankam - nach ca. 22 Stunden - war mein Hostel ausgebucht und ich durfte mit Gepäck durch die Stadt eiern, um ein Bettchen zu finden, in das ich dann todmüde und sehr früh gefallen bin. Am nächsten Tag konnte ich endlich in das andere Hostel einziehen, mir die Stadt anschauen und habe mich entschieden, dass es nach 34 Jahren mal Zeit ist, eine Runde Reiten zu gehen, was in bzw. um Salta sehr gut möglich ist. Also am nächsten Tag auf nach Chicuana, einem Mini-Dorf ca. 40 km südlich von Salta zum Hof von Enrique - ein echter Gaucho. Als ich ihm sagte, dass ich das erste und einzige Mal mit 6 Jahren auf einem Pferd sass (und es damals langweilig fand, in einer Halle im Kreis zu reiten) erklärte er mir, dass ich mir keine Sorgen machen müsste - Reiten wäre wie Sex - könne jeder  ....naja,....kein weiterer Kommentar....
Zum Glück hat man mir ein sehr geduldiges und ruhiges Pferd gegeben, kurz erklärt, wie ich es "lenke" und sagte dann, dass ich dem Pferd klar machen müsste, dass ich der Boss sei....erhrlich gesagt - ich hab mir wirklich Mühe gegeben, aber ich war sowas von nicht der Boss....
Wir sind erstmal langsam los und alles war nett und easy - anschliessend ging's dann ab und wir sind galoppiert - hat total Spass gemacht, wobei ich anfangs meine Mühe hatte, auf dem Vieh sitzen zu bleiben - hab mich dann wohl nicht so blöd angestellt und es war echt ein super Nachmittag.
Zur Abwechslung am nächsten Tag mal wieder eine Busfahrt ;- ) - 18 Stunden nach Posadas - aber habe mir einen guten Bus gegönnt, in dem ich auch gut schlafen konnte. In Posadas angekommen wollte ich mir ursprünglich Paraguay anschauen, da Encarnacion direkt auf der anderen Seite des Flusses Parana liegt...dämlicherweise hatte ich nicht auf dem Schirm, dass Karfreitag war  - keine Boote, alle Geschäfte und Restaurants dicht ....alles total tot, scheisse!
Da das Wetter aber zumindest sehr nett war, bin ich zu einem Mini-Stadt-Strand in Posadas und hab mich dort eine Runde in die Sonne gehauen - ausser entspannen konnte man an dem Tag echt mal nix unternehen - abends, nach Wochen, das erste Mal wieder laufen gegangen und früh in die Heia - Paraguay muss ich mir halt beim nächsten Mal anschauen....
Nächster Morgen - Bus - nur 5 Stunden nach Igazu, um mir endlich die Iguazu-Fälle anzuschauen.
 
Am nächsten Morgen bin ich schon wieder weitergezogen, nach Potosi, der höchstgelegen Stadt der Welt auf 4060 m, die zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Mein Reiseführer sagt, dass Potosi schockt - wegen des Klimas (ich hatte mal wieder super Wetter) sowie der Vergangenheit und Gegenwart dieser Stadt. Aufgrund der  Erzvorkommen im Cerro Rico, war Potosi einst die größte und reichste Stadt Lateinamerikas, wovon heute nicht mehr allzu viel übrig ist. Mir hat die Stadt selber sehr gut gefallen, aber nach der Besichtigung der Silbermine war auch ich geschockt. Die Silbervokommen sind nahezu erschöpft und stattdessen schürfen die Minenarbeiter in absoluter Knochenarbeit unter mittelalterlichen  Bedinungen nach Mineralien. - Schutzvorrichtugen sind so gut wie keine vorhanden - wir mussten alle unterschreiben, dass wir darüber aufgeklärt wurden, dass die Tour gefährlich ist und im Todesfalle wir das Risiko selbst tragen....
Bei der Tour zu den Minen geht es ersteinmal zum Strassenmarkt der Bergarbeiter, wo man Geschenke (Kokablätter, die sie während der Arbeit kauen, Getränke, Dynamit, Zigaretten etc.) für sie kauft. Anschliessend besichtigt man eine Mineralienraffinerie, die so unglaublich provisorische aufgebaut ist, aber dennoch sehr gut funktioniert (z.B. werden Plastik-Flaschendeckel eingesetzt, um kleine Mengen von Flüssigkeit zu transportieren etc.). Danach ging es rauf zum Cerro Rico bzw. rein in die Silbermine - mit Schutzhelm, Gummistiefeln und Schutzklamotten, denn in der Mine ist richtig krabbeln und kraxeln durch dreckige, matschige Schächte und auf mehr als kriminellen Leitern angesagt. Extrem hierbei vor allem die Luftbedingungen - es ist unblaublich heiss und stickig und aufgrund der Gase hat man das Gefühl, nicht richtig atmen zu können -echt heftig - nach 2 Stunden waren wir alle dankbar und froh wieder an der Luft zu sein - einige der Bergleute arbeiten bis zu 30 Jahren unter diesen Bedingungen, wenn ihre Lungen es mitmachen, was selten der Fall ist; viele sterben nach 10 Jahren im Berg an einer Quarzstaublunge. Besonders einprägsam und erschreckend für uns alle war ein dreizehnjähriger Junge, der seit 8 Monaten in der Mine arbeitet und 10 bis 12 Stunden am Tag die Löcher für das Dynamit in den harten Stein haut - zwar ist es offiziell verboten, dass Kinder unter 18 dort arbeiten, aber es gibt keine Kontrollen und keine Konsequenzen. Unsere Guides fragten den Jungen dann, ob er zur Schule ginge, aber auch hier fehlt das Geld, denn die einzige Möglichkeit wäre für ihn die Abendschule, die in Bolivien kostenpflichtig ist. Ich habe es soweit in Südamerika vermieden, Bettlern oder anderen Geld in die Hand zu drücken, weil man einfach nicht weiss, wo man anfagen und aufhören soll - in diesem Fall war das anders.
Raus aus den Minen (sehr befreiendes Gefühl) haben unsere Guides noch einige Demonstrationssprengungen gemacht inkl. bescheuerter Tourifotos mit Dynamit (ja, hab ich auch gemacht ; - ) bin halt ein Touri - und danach zurück ins Hostel und abends sind wir mit ein paar Leuten aus dem Hostel zusammen essen gegangen. Am nächsten Tag noch eine Runde Stadt anschauen und abends wieder mal in einen Nachtbus in Richtung argentinische Grenze - diesmal allerdings die sehr unluxuriöse Variante, da die Strasse so schlecht ist, dass keine guten Busse dort fahren. So sass ich dann die ersten 12 Stunden dieses Trips eingquetscht von einer dicken, bolivianischen Mama, die abwechslend eines ihrer 5 oder 6 Kinder auf dem Schoss hatte, auf meinem harten, ungemütlichen Sitz, hatte zum Glück meine Schlafsack griffbereit, weil es dazu noch richtig kalt war und wollte nur noch angkommen. Morgens in Villazon, der Grenzstadt Boliviens, raus aus dem Bus, dann die 2 km über die Grenze zu Fuss nach Argentinien gelatscht und dort in den nächsten Bus Richtung Salta gestiegen bzw. 2 Busse, da es keinen durchgängigen gab.
Sucre ist die Hauptstadt von Bolivien - die im Gegensatz zu La Paz klein, nett und übersichtlich ist. Bei sehr schönem Wetter hab ich mir die Stadt angeschaut und Stunden in einem sehr netten Cafe mit Blick auf die Stadt verbracht und mal wieder lecker gegessen - speziell auf den chaotischen Märkten ist das Essen lecker und unglaublich günstig - Die frischen Fruchtsalate sind schwer zu toppen, auch wenn ich viele Leute getroffen habe, die paranoid nur in Restaurants (mit internationaler Karte) essen, weil die Märkte ja so schrecklich unhygenisch sind und Keime nur darauf warten, arglose Touristen anzugreifen....is klar. Sicherlich muss man aufpassen, was man wo ißt und teilweise sind die sehr scharfen Gerichte nixx für den ungeübt europäischen Magen, aber wer hier nur in Restaurants isst, dem entgeht meiner Ansicht nach ein richtig guter Teil Boliviens.
....der erste Anblick von La Paz ist wirklich atemberaubend. Unsere Klapperkiste von Bus hat es gerade noch - mit einigen Versuchen - den Berg hinauf geschafft und dann schaust du von oben auf diese unglaubliche !,2 Mill. Stadt in den Bergen und auf 3700 Metern Höhe - Wahnsinn und zum Glück hat uns auch La Paz mit Super-Wetter begrüsst. In der Woche zuvor hatte es wohl viel geregnet und auch geschneit, aber - wie so häufig - die Sonne reist mit, vermutlich, weil sie uns eh aus dem Hinter scheint :- ) Ich hatte mein Hostel schon vorgebucht - und es war auch ausgebucht, so dass die drei Jungs sich eine andere Bleibe gesucht haben. Nachmittags haben wir uns wiedergetroffen, um die nächsten Tagen zu planen, bzw. Touren zu buche - u.a. die Death Road. Die "gefährlichste Strasse der Welt" verläuft oberhalb von La Paz, von La Cumbra runter bis in den Coroico ist an einigen Stellen nur 3,20 m breit und an einigen der Felsabhängen und -wänden geht es 600m in die Tiefe - 64 km insgesamt, davon 22 km Asphalt (was man halt in Bolivien so Asphalt nennt) und 44 km heftige Schotterpiste - das ganze mit einer Höhendifferenz von 3600 Metern - du fährst oben im Kalten los und kommst unten im Regenwald bei Hitze an. Auf dieser Strecke sind schon viele Menschen gestorben - davon auch diverse Touristen, die mit den Rädern zu schnell waren, noch auf Koks oder Alkohol gefahren sind, teilweise einfach Pech hatten oder einen billigen Anbieter mit schlechten Rädern gewählt haben bzw. ohne vernünftige Rettungsausbildung - es gibt soooo viele Horrorgeschichten darüber hier...
Der einzige Tote bei unserem Anbieter hatte einen Herzinfarkt - fand ich makabererweise beruhigend....konnte erhöhtes Herzrasen aber anschliessend sehr gut nachvollziehen...
Habe mich mit Damien entschlossen, hier nicht auf die Kohle zu schauen und den besten und teuersten Anbieter zu wählen (während Eric, unser Sparbrötchen, sich anders entschieden hat - hat es aber auch überlebt) und das war auch die richtige Entscheidung. Super-gute Räder - denn auf den Schotterpisten ist ein schlechtes Mountainbike echt suizidal, gutes Equipment inkl. Helm etc., sehr gut ausgebildete Guides und zwei davon (die vernünftigerweise auch richtig streng darauf geachtet haben, dass kein Scheiss passiert und alle sich an die Sicherheitsregeln halten) ....und gutes Essen...ist ja auch wichtig. Haben  einige Gruppen am Berg von billigen Anbietern gesehen - dat sah nicht immer so ganz gut aus....
Am Anfang hatte ich ordentlich Muffe, das Rad mal laufen zu lassen, speziell auf der Schotterpiste, aber nach einiger Zeit und Vertrauen zum Material hat es richtig Spass gemacht, mal Gas zu geben - dazu die abwechslungsreiche Landschaft bis runter in den Regenwald und die Wahnsinns-Ausblicke...super-gut. Nach einigen Stunden sind wir nachmittags unten alle heil in Coroico angekommen und dort ging es zum Essen, Duschen und Entspannen zum Senda Verde, eigentlich einem Campingplatz, bzw. Hostel, in dem auch Tiere gepflegt werden - speziell Affen. Habe dann fix geduscht und gegessen, weil ich unbedingt die Affen sehen wollte und auch schon gehört hatte, dass sie teilweise sehr zutraulich sind und bei Lust und Laune auf die Besucher zugehen....und das hat auch geklappt und war für mich persönlich ein absolutes Highlight dieser Reise, weil ich mir immer schon gewünscht habe, mal einen Affen auf dem Arm zu haben - waren dann gleich zwei, ein Kapuzineräffchen und ein unglaublich schnuckeliches Spider-Äffchen, das sich sooo richtig angekuschelt hat - neee, war dat super-schön...da war die Frau Zaun mal richtig selig und glücklich, ganz in echt  :-)
Leider musste ich die Affen zurück lassen, hätte den Kleinen am liebsten mitgenommen.....
Ach ja - und als kleines Glückskind war doch tatsächlich einen Tag später das Weltcup-Qualifikationsspiel Argentinien - Bolivien im Stadion von La Paz - von dem ich natürlich nixxx wusste, aber das ist ja der Vorteil, wenn man mit Männern unterwegs íst. Ben hatte uns, während wir Mountainbiken waren nämlich richtig gute Karten besorgt - zwar nicht so nah, dass man Diego's Koksnase aus nächster Nähe sehen konnte, aber fast ....der laufende Meter ist echt am Spielfeldrand verzweifelt - zu Recht.Die Stimmung im Stadion war super, richtig nett, null agressiv (allerdings auch sehr viel Polizei und Militär im Stadion), dazu Sensationswetter und der Ausblick über das Stadion hinaus auf die Berge von La Paz...ein Träumchen.  
Nachdem Spiel sind wir richtig nobel in eines der besten Restauranta von La Paz - mit unseren schlabberigen Backpacker-Klamotten essen gegangen - auf der Toilette hängt ein Original-Autogramm von Arnold Schwarzenegger, signiert auf einem Foto das ihn Badehöschen vor der Harbour Bridge in Sidney zeigt (siehe Facebook)- Dort gab's super Essen und für unsere Verhältnisse spottbillig. Insgesamt kann man in La Paz unglaublich gut essen und weggehen, tolle Märkte mit frischem Obst und Säften, Empanadas, die besten Kuchen und Törtchen überhaupt - das Essen in Peru und speziell Bolivien ist super - vor allem im Gegensatz zu Argentinien - ausser Steak ist da leider nicht viel....
Nach dem Edel-Restaurant sind wir noch eine Runde feiern gegangen und dann spät in die Heia. Am nächsten Tag sind die drei Jungs zu ihrer Dschungel-Tour aufgebrochen und ich habe mir noch La Paz angeschaut. Wir wollten alle sehr gerne in das San Pedro Gefängnis, mitten in La Paz, in dem auch viele Ausländer einsitzen, da es dort seit einiger Zeit illegale und inoffizielle Führungen gibt, die sehr beeindruckend und einprägsam sein sollen. Das Gefängnis ist übrigens einer der größten Kokslieferanten von ganz Bolivien und das Koks soll so gut sein, dass es nur exportiert wird....richtig krass. Da es aber einigen Wirbel in und um dieses Gefängnis gab und ein neuer Leiter dort ist, zudem ein Massenmörder frisch einsitzt, wurden die - ohnehin niemals offiziell existierenden Führungen - vor ca. 2 Wochen  leider komplett eingestellt und so konnte ich das Gefängnis leider nur von außen sehen.
Abends bin ich dann in den Bus nach Sucre gestiegen...
Ich und Damian hatten zufällig in Copa das gleiche Hostel reserviert - bzw. das - laut Lonely Planet - wohl beste Boutiquehotel in ganz Bolivien. Dort angekommen wusste man leider nix von unserer Reservierung, aber die Suite für 3 Personen war noch frei - der HAMMER für 35 US Dollar pro Nacht /nicht pro Person!.
Nach diversen Dorms und einfachen Hostels sind wir echt wie die Kinder durch die Bude gehüpft und haben uns kaputt gefreut. Hängematten und ein Mini-Rasen im Zimmer, schöne Küche, Super-Betten, kleine Empore, ein Wahnsinns-Panorama-Fenster mit Blick auf den Titicacasee (inkl. traumhaftem Sonnenuntergang) und ein Badezimmer mit Pflanzen in der Dusche - einfach ein Träumchen das Ganze - haben direkt beschlossen 2 Nächte zu bleiben. Zu diesem Super-Hotel gehört auch ein tolles Restaurant und da haben wir erstmal für kleine Kohle mit 3 Gängen richtig gut gegessen ....der Pfannekuchen mit Eis und Nüssen gefüllt......schmacko. Im Restaurant haben wir uns - weil es voll war - den Tisch mit Ben aus Neuseeland und Peter aus England geteilt und uns für den nächsten Morgen für die gemeinsame Tour zur Isla del Sol verabredet.
Die Insel der Sonne ist der legendäre Ort, wo die Inka erschaffen worden sein sollen und laut der Inkamythologie der Geburtsort der Sonne - genau das Richtige für uns. Mit dem Boot sind wir zum Norden der Insel gefahren und dann 4 Stunden in den Süden der Insel gewandert - auf dieser Wanderung (nicht ohne aufgrund der Höhe und der Steigungen) sieht man diverse Ruinen sowie den Stein aus dem die Sonne entsprungen sein soll. War sehr schön - einzig hier auch wieder die Tatsache, dass du als Touri permanent für alles zahlen musst nervt einfach. Das Gefühl, nur als wandelnder  Geldbeutel betrachtet zu werden, den man gut abzocken kann,  mindert - speziell in Bolivien und auch Peru - teilweise echt den Spass. Du zahlst für dein Boot - völlig ok. und dann will man Geld sobald du den Boden der Insel betrittst, und dann um eine Ruine zu sehen  und dann um einen Pfad zu begehen ....am Ende sind wir echt ausgeflippt und haben nixx mehr gezahlt. Auf dem Rückweg hat das Boot noch an den "Fake-Islas-Flotantes" gehalten (Konstruktion auf Ölfässern - schlechte Kopie, mit Einheimischen, die nur für die Touris auf der Insel sitzen - ganz schlechte Nummer, für die, die es nicht nach Puno schaffen oder zu blöd sind einen Reiseführer zu lesen...), aber das sind nun mal die Nebenwirkungen des Tourismus und ich bin ja selbst ein Touri...
Zurück in Copacabana haben wir uns noch die "Stadt" (in der es nicht mal einen Bankautomaten gibt) angeschaut, den sensationellen Sonnenuntergang von unserem Zimmer aus bewundert und uns abends lecker auf ne Pizza getroffen. Am nächsten Morgen sind wir zu viert weiter nach La Paz in einer der üblichen, bolivianischen Klapperkisten, bei denen du kaum fassen kannst, das sie tatsächlich noch fahrtüchtig sind. Im Bus diverse verzweifelte Leute, die eigentlich nach Peru reisen wollten, aber die Grenze - die wir 2 Tage vorher glücklicherweise überquert hatten - war mal wieder dicht bzw.  bestreikt, keiner weiss warum und wie lange. Die einzige Chance, die Grenze zu überqueren ist ein 12 km Marsch (natürlich mit komplettem Gepäck) wo ein paar üble Gestalten nur auf dumme Traveller warten...keine Taxis, kein Bus, keine Infos - Südamerika halt und wenn du keinen Zeitdruck hast, auch nicht weiter schlimm und immer einzukalkulieren, was mir aber bewusst macht, wie viel bei mir bis jetzt (toi, toi,toi) gutgelaufen ist, bis auf den Umweg über Arequipa, hoffe das bleibt so....
Puno liegt am Titicacasee (3820m - Länge 230 km, Breite 97 km) und ist Ausgangsort, um diverse Inseln zu besuchen. In Puno angekommen  ab mit dem Taxi ins Hostel  - wie so häufig wieder eine hilfsbreite Peruanerin, die dafür gesorgt hat, dass ich ein sicheres und günstiges Taxi bekomme. Im Hostel habe ich direkt meinen Halbtagesausflug für den nächsten Morgen gebucht, weil ich mittags direkt weiter nach Copacabana, Bolivien wollte. Am nächsten Morgen ging es früh mit dem Boot auf den Titicacasee zu den Islas Flotantes der Uros, leider sehr touristisch aber absolut einzigartig auf der Welt. Die Inseln werden gebaut, indem immer wieder neue Schichten des schwimmenden Totora-Schilfs aufeinandergelegt werden. Zwar gibt es keine reinblütigen Uros (so heissen die Inselbewohner) mehr, aber es leben immer noch Hunderte Menschen auf den Inseln. Ursprünglich floh dieser Stamm vor Jahrhunderten vor deen kriegerischen Inkas und Collas auf die Inseln. Alles, absolut alles auf diesen Inseln wird aus dem Schilf hergestellt - die Boote, Häuser etc.und der Boden der Inseln ist weich und federnd. Leider mittlerweile total kommerzialisiert - man fährt mit dem Boot zur Insel - steigt aus, macht seine Fotos der Bewohner in ihrer traditionellen Kleidung, von ihren Häusern etc,  kann Souverniers kaufen - natürlich alles gegen Kohle- ich wusste vorher was mich erwartet, wollte die Inseln aber dennoch gerne sehen, aber ich kam mir schon ziemlich blöd dabei vor, den Lebensraum dieser Menschen zu fotografiernen - wie im Zoo bzw. als wenn jemand durch deine Bude rennt und Fotos deiner Einrichtung und von dir macht...
Nach dem Bootsausflug bin ich zurück in Puno in meinem Bus Richtung Copacaban - Bolivien - gestiegen und habe im Bus direkt 2 nette Jungs kennengelernt, Eric aus Canada und Damian aus Ausstralien - mit dem ollen und rumpeligen Bus sind wir zur bolivianischen Grenze - zu Fuss über die Grenze und in Copacabana raus aus dem Bus

Inka-Trail
Dementsprechend hart war der erste Tag des Inka-Trails und den Abstieg von den Ruinen in Pisac hab ich ordentlich in den Beinen gemerkt - zum Glück habe ich überhaupt keine Probleme mehr mit der Höhe bekommen - war wirklich gut, früh genug in Cusco zu sein und vorher die Trips nach Lauca und Uyuni zu machen.  Auf dem Inka-Trail sinb mittlerweile "nur noch" 500 Personen pro Tag erlaubt, so dass der Startpunkt ensprechend voll war - aber im Laufe der Tage verläuft sich alles ganz gut und meine Agentur war wirklich super und hat die Tageskilometer so geplant, dass es bis auf wenige Ausnahmen wirklich angenehm leer war. Das Limit der Besucherzahlen ist nur eine der Maßnahmen, die die peruanische Regierung auf dem Inka-Trail ergriffen hat - aufgrund von vielen Touristenbeschwerden dürfen die Porter nun nur noch ein Maximum von 35kg je Person tragen und ein ensprechender Rückengurt wurde auch eingeführt - ebenso die Tatsache, dass die Porter nun in Zelten schlafen, da sie vorher teilweise draussen schlafen musste - und nachts wird es auf diesen Höhen echt arschkalt. Dennoch gibt es immer noch große Unterschiede zwischen den einzelnen Agenturen - mein Trip war nicht billig, aber die Porter waren alle gut mit Klamotten und vernünftigen Rucksäcken ausgestattet - bei anderen sah das etwas anders aus - ein echter Knüppeljob. Die Porter arbeiten oft wochenlang durch und sind nur selten bei ihren Familien zu Hause, da sie bis zu 9 Stunden von Cusco entfernt wohnen - nur im Februar, wenn der Inka-Trail geschlossen ist, sind sie länger bei ihren Familien. Einfach unglaublich, in welcher Geschwindigkeit die kleinen Porter die Berge rauf und runter fltzen - oft nur mit Sandalen.

Während wir uns nur mit unseren Daypacks den Trail mit den teils heftigen Steigungen hochgekämpft haben, waren unsere Porter längst am Campground, das Essen (das für einen Camping-Trip unglaublich gut war) war fertig, alle Zelte aufgebaut - perfekte Organisation. Zusätzlich hatten wir einen super-guten Guide, der sehr professionell und engagiert alles erklärt hat - auf jede Frage eine Antwort wusste - und den historischen Background zum Inka-Trail, den diversen Ruinen und Machu Picchu wirklich spannend näher gebracht hat.


....und so kam die Senorita German (erst nur die Namensidee von Santiago, unserem Guide - hat aber dann irgendwie allen gefallen ...) nach 4 Tagen und 45 km  nass vom Regen und müde um 06.30 Uhr morgens am Sonnentor an und hatte trotz Wolken einen guten Blick auf Machu Picchu - das,  auch wenn man es vorher hundertmal auf Bildern gesehen hat - in Natura wirklich beeindruckend ist.

Im Laufe des Vormittags wird es allerdings echt ätzend voll mit all den Tagestouris, die Machu Picchu besuchen - ich bin noch auf den Waynapicchu rauf und obwohl es anfangs total bewölkt war und nicht nach freier Sicht aussah, hat sich die Sonne dann doch durchgesetzt und ich konnte den Blick auf Machu Picchu geniessen - super. Mittags sind wir alle zusammen runter nach Aguas Calientes und von dort aus mit dem unsäglich langsamen Zug zurück nach Cusco - und obwohl wir echt platt waren, gab's noch - mit unserem Guide, der am nächsten Morgen um 05.00 zum nächsten Trail musste - ein gemeinsames Abschiedsbier - waren wirklich 4 richtig schöne, anstrengende Tage, die sich gelohnt haben.

Eigentlich wollte ich am nächsten Tag nach Puno zum Titicacasee düsen, aber aufgrund eines Streits um die Besteuerung von Wasser wurde seit dem Vortag - mit open end - die zwei wichtigsten Strassen in den Süden bestreikt bzw. komplett blokckiert - keine Chance. Ich bin dann gemeinsam mit Josh über eine mehr als kriminelle Alternativroute auf Gravelroad 12 Stunden in einem Scheiss-Bus über verschneite Pässe wieder nach Arequipa (um von dort aus nach Puno zu kommen - Riesenumweg -aber einzige Möglichkeit) gefahren und mehr als einmal dachten wir, dass wir wohl nicht wie versprochen am nächsten Morgen ankommen. Hat aber tatsächlich geklappt - wir waren allerdings die einzigen, die im Hostel ankamen - alle anderen mussten stornieren, weil die Busgesellschaften die Leute richtig verarschen, indem sie teure Tickets verkaufen und dann die Abfahrt gnadenlos um Stunden bzw. Tage verschieben, (weil sie mit den guten Bussen die Alternativroute nicht befahren wollen) mit der Ausrede, sie hätten gedacht, dass der Streik beendet würde -  Geld gibt's natürlich nicht zurück - richtig scheisse sowas, da muss man leider speziell in Peru immer fünfmal nachfragen und auch dann hat man keine Garantie....
Haben beide bei schönem Wetter nochmal Arequipa genossen (wieder mit viel gutem Essen) und am nächsten Tag ist Josh in seinen Bus Richtung Chile gestiegen und ich bin auf nach Puno an den Titicacasee.

Endlich mal wieder die luxuriöse Busvariante - und neben mir im Bus saß Fernando (ca. 60 alter, 1,50 m "großer" und sehr hilfsbereiter Peruaner, der mich trotz meiner geringen Spansichkenntnisse stundenlang vollgequatscht hat und sich am nächsten Morgen in Cusco dafür verantwortlich fühlte, dass ich auch wohlbehalten im Hostel ankomme - und da Fernando Geschäftsmann ist und sehr sparsam ist, sind wir in das kleinste Taxi überhaupt gestiegen (Daihatsu Cuore-Größe) ...allerdings hatte Fernando ca. 5 grosse Kartons dabei und am Ende sass der Zwerg auf der Rückbank zwischen seinen Kartons und auf meinem Rucksack eingequetscht und hat sich dann sogar noch den Namen des Taxifahrers notiert, um auch sicherzugehen, dass die Senorita wohlbehalten im Hostel ankommt - einfach unglaublich nett.

Nachdem ich in meinem schönen Hostel eingecheckt habe und alles weitere für meinen Inka-Trail zwei Tage später organisiert habe, war eine Runde Stadtspaziergang angesagt und Cusco ist mal richtig schön - sehr touristisch, aber dennoch mit der Lage in den Bergen und den kleinen Gassen und vielen Plätzen absolut sehenswert. Bißchen nervig, dass man keine Minute irgendwo stehen oder sitzen kann, ohne dass einem eine Massage (...mit Happy-End....) Koks, Marihuana, häßlicher Krimskrams  angeboten wird - aber man muss sehr ignorant werden und dann geht's. Auf einem der Plätze habe ich Josh aus den USA kennengelernt und wir haben uns bei schönem Wetter zusammen die Stadt angeschaut und sind abends mit Alexis und Noreen (die ich in Buenos Aires und Bariloche kennengelernt hatte) lecker Essen gegangen. Am nächsten Tag sind Josh und ich zu den Inka-Ruinen nach Pisac gefahren - unser Taxifahrer, Francesco - auch ein laufender Meter, war Unterhaltung pur und anschliessend gab's dann noch ein Foto mit der Senorita - siehe Facebook.
Die Ruinen von Pisac liegen im heiligen Tal der Inka und sind wirklich beeindruckend und das kleine, koloniale Dorf im Tal ganz schnuckelig. Abends war mein Briefing für den Inka-Trail am nächsten Morgen - 10 Leute in meiner Gruppe, die richtig nett war. Nachdem Briefing hätte ich ja eigentlich früh - und ohne Bier - in die Heia gemusst, weil's am nächsten Tag um 05.00 losging, aber das hat nicht so richtig geklappt ...
Arequipa ist die zweitgrößte Stadt Peru's (760.000 Einwohner) und wird aufgrund der vielen Kolonialbauten auch die weisse Stadt genannt und ist wirklich schön - tolle Gebäude, super-nette Café's und Restaurants und angenehm warm. Bin abends angekommen und todmüde ins Bett gefallen. Am nächsten Tag habe ich mir stundenlang die Stadt angeschaut, unter anderem das Monasterio Santa Catalina - quasi eine kleine Stadt innerhalb der Stadt, die jahrhundertelang von Nonnen bewohnt wurde und erst 1970 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Anschliessend habe ich mich quer durch die Stadt gemampft ; den wohl besten vegetarischen Döner überhaupt gegessen, in einem netten Cafe sensationelle Waffeln bekommen und lecker, lecker Crepe mit Dulce de Leche genossen - nachdem ich meine kleine Magengeschichte gut überstanden hatte, musste das einfach sein - will ja nicht vom Fleisch fallen ;-)
In der "Nähe" (3h)  von Arequipa befindet sich der Canon del Colca, der tiefste Canon der Welt (3191m) - aber zeitlich habe ich es nicht mehr geschafft, dorthin zu fahren - beim nächsten Mal....
Und abends mal wieder in einen Nachtbus - 12 Stunden nach Cusco...
Die Busfahrt nach Arica war echt ein Alptraum - der Fahrer ist absolut suizidal die kurvige Strecke gefahren (er war morgens eine Stunde zu früh am Zielort!) und ich habe offensichtlich am Vorabend was Schlechtes gegessen - habe also die 12 Stunden Busfahrt halb auf dem Klo verbracht und bei diversen Kurven gedacht, dass es das dann wohl war.... Aufgrund der Zeitverschiebung zur Winterzeit hier, war der Bus dann ingsgesamt 2 Stunden eher - morgens um 05.00  -am Terminal im Arica (vor dem wegen Diebstählen gewarnt wird). Da ich nicht um die Zeit an einem Hostel klingeln wollte und auch nicht im Dunkeln los wollte, habe ich also 2 Stunden in diesem Terminal gepennt - meine Gepäck schön befestigt und mich aufgrund meiner Magenprobleme das erste Mal überhaupt nach Hause in mein Bett gewünscht....
Aber zum Glück geht auch das vorbei und als ich um 07.00 im Hostel ankam, hat man sich total nett um mich gekümmert -erstmal 'nen Tee gemacht und mich ins nächste freie Bett verfrachtet - ich glaub, ich sah auch echt scheisse aus ;-)
Nachmittags war ich fast wiederhergestellt und bin eine Runde an den Strand - zwar noch ziemlich platt, aber ein letztes Bad im Pazifik musste nochmal sein. Im Hostel habe ich ein sehr nettes Schweizer Paar kennengelernt und wir haben uns einen abgenudelten Pick-Up für den nächsten Tag gemietet, um zum Lauca-Nationalpark zu fahren, den ich unbedingt sehen wollte. War sehr schön - noch etwas anstrengend, u. a. auch wieder wegen der Höhe - aber der Lago Chungara (einer der höchstgelegenen Seen der Welt auf 4.500m) und die Payachata-Zwillingsvulkane Parinacota (6.350m) und Pomerape (6.240m) waren die Reise defintiv wert. Nicole und Martin sind noch im Nationalpartk geblieben und ich bin von dort mit einem Bus nach Arica, da ich aufgrund meiner Buchung für den Inka-Trail nicht mehr soviel Zeit hatte und mein letzter Tag im schönen Chile somit gekommen war und es am nächsten Tag auf nach Peru ging....
1 2 3 4 5  vor»